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Die Geschichte der Ortsgruppe

Autor: Paul Gennermann (Vorsitzender 1967 - 1976).
Verfasst aus Anlass der 113. Hauptversammlung in Ottenhöfen 1982.

Am 02.Mai 1958 erschien in der Tagespresse ein Artikel mit der Überschrift: "Schwarzwaldverein erhielt Zuwachs". Das damit angekündigte "freudige Ereignis" hatte sich am 28.April 1958 in der Schwarzwaldstube des damals noch bestehenden Hotels "Zur Linde" in Ottenhöfen zugetragen. "Glückliche Mutter" war die Ortsgruppe Achern und als "Geburtshelfer" fungierten Gauobmann Max Jörger, Achern, und der damalige Forstmeister Hellmut Gnändinger in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verkehrsvereins Ottenhöfen. Den Segen dazu gab Pfarrer Erwin Schweizer, der "...aus eigenem Erleben die Wichtigkeit der Selbstbesinnung des heute von der Angst gehetzten Menschen in der Stille der Natur" betonte.

Der Gründungsversammlung vorausgegangen waren in den Vorjahren etliche Gespräche, in denen besonders Gauobmann Jörger die Gründung einer Ortsgruppe anregte. Das hatte eine zweifache  Ursache. Zum einen waren 17 Einwohner aus Ottenhöfen und  9 aus Seebach (in der Hauptsache Gastwirte und Hoteliers) schon lange Mitglieder der Ortsgruppe Achern. Darunter die Hotelier-Familie Weber vom Hotel "Zum Wagen", die seit 1897 Schwarzwaldvereins-mitglieder waren. Zum anderen nahmen mehr und mehr Wanderfreunde aus beiden Gemeinden an Wander- oder Vortragsveranstaltungen der Acherner teil.

Die Teilnehmer der Gründungsversammlung waren sich einig in der Absicht, die eigene Ortsgruppe nun Wirklichkeit werden zu lassen. Die Vorstandswahlen erfolgten einstimmig. Es wurden gewählt: 1.Vorsitzender: Revierförster i.R. Emil Maier, Ottenhöfen. 2.Vorsitzender: Bürgermeister Karl Sackmann, Seebach. Schriftführerin: Fräulein Gabriele Krespach, Ottenhöfen. Rechner: Postsekretär August Bell, Ottenhöfen. Wander- und Jugendwart: Hauptlehrer Paul Gennermann, Ottenhöfen. Das Amt des Wegewarts blieb offen. Bereits im Mai sollte die erste Wanderung stattfinden.

Wegen den Mitgliedern aus Seebach wurde die neue Vereinigung "Ortsgruppe Ottenhöfen-Seebach" benannt.

Mit Emil Maier übernahm ein echter Ottenhöfener die Führung des jungen Vereins. Im Forsthaus Kriesenhof im hinteren Unterwasser als Förstersohn gebohren, verbrachte er dort seine Jugend in einer schlichten und strengen Weise, wie sie damals üblich war. Dann aber, als er sich selbst der grünen Farbe verschrieben hatte, war er über 30 Jahre in Bad Peterstal tätig. Sein Herz hing jedoch weiter an seinem geliebten Heimatort, von dessen Land und Leuten und von dessen ernsten und heiteren Begebenheiten er bei den verschiedensten Anlässen mit Herz und Humor zu erzählen verstand. Gern kehrte er nach seiner Zuruhesetzung ins Achertal zurück und baute sich und seiner Familie das Haus "Hubertus" am Sauerberg. Dass er die Aufgabe als Vorsitzender übernahm in einem Alter, indem die meisten wohl gesagt hätten: "Ich will meine Ruhe haben!" ist ihm hoch anzurechnen und lässt erkennen, welche Liebe zur Heimat ihn beseelte. Dies war dann auch der bestimmende Zug seiner Arbeit als Vorsitzender bis 1967.

Die Zahl der Mitglieder wuchs im Gründungsjahr auf 48. Darunter nach wie vor 9 aus Seebach und einer aus Waldulm. Das war der Bauer Johann Bähr vom Oberen Berg, der sich zur ersten Wanderung der Ortsgruppe eingefunden hatte.

Diese erste Unternehmung des Vereins führte am 18. Mai 1958 von Ottenhöfen aus über Kohleck - Simmersbacher Kreuz - Gasthaus "Waldeck" - zur Schwender Buche und weiter über Hohreut - Blaubronn und den Lauenbach nach Ottenhöfen zurück. 21 Teilnehmer hatten sich eingefunden. 13 Mitglieder und 8 Gäste. Der Anfang war gemacht!...

Die Mitgliederzahl entwickelte sich weiterhin positiv. Zehn Jahre nach der Gründung waren es 152 Wanderfreunde, 1982 war der Stand 325 Mitglieder.

Es ist klar, dass sich die junge Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins, der Tradition folgend, in erster Linie mit dem Wandern beschäftigte. So begann man zunächst mit monatlichen Wanderungen von Ottenhöfen aus in und um den näheren Bereich, der ja dank seiner landschaftlichen Vielfalt so reich an Wanderzielen ist. Die Zahl der Wanderteilnehmer wuchs stetig. Um das Wanderprogramm noch anziehender zu machen, wurden schon im ersten Jahr des Bestehens auch vogelkundliche Sonnenaufgangswanderungen und Pilzlehrwanderungen mit Erfolg durchgeführt. Neben dem Wandern in heimischer Umgebung richtete die Vorstandschaft bald auch ihr Augenmerk auf weiter entfernte Regionen, diese wurden durch Farbdia-Vorträge von Sachkundigen vorgestellt. So berichtete Oberforstmeister Kleiber über den Neusiedler See oder Franz Kappler aus Gernsbach zeigte traumhaft schöne Bilder aus Südtirol. So wurde 1960 der Plan geboren, es einmal selbst mit einer Wanderfahrt in die Alpenwelt zu wagen, getreu der Erkenntnis von Gottfried Keller folgend: "Wer unter Heimatliebe nur Zuhausehockerei versteht, wird nie der Heimat froh werden und sie wir ihm leicht zu einem Sauerkrautfass...".

Für 1961 war die erste Fahrt nach Südtirol vorgesehen und der Wanderwart begann mit den Vorbereitungen. Dann aber ereigneten sich im Raume Bozen - Meran und auch am Berg Isel bei Innsbruck eine Reihe von Sprengstoffanschlägen mit denen die Welt auf das Südtirol-Problem aufmerksam gemacht werden sollte. Aus diesem Grund ließen die Anmeldungen für diese Fahrt auf sich warten. Wanderwart Paul Gennermann ließ sich jedoch nicht beirren und unternahm zusammen mit seiner Frau auf dem Motorroller eine Erkundungsfahrt. Die Fahrt führte über den Brenner - Sterzing - Bozen nach Überetsch, wo die "Kundschafter" schließlich im Hause "Andergassen" zu Oberplanitzung unter der Mendel-Wand eine gastliche Bleibe fanden, die auch als Standquartier für eine Wanderfahrt der Ortsgruppe geeignet erschien. Zwischen Salurner Klause und Reschen-Pass wurde weiter erkundet und so konnte für das Jahr 1962 die erste Südtirol-Fahrt ausgeschrieben werden.

Die Anmeldungen waren dann so zahlreich, dass ein Groß- und Kleinbus eingesetzt werden musste. Hin- und Rückfahrt und auch der Aufenthalt im Überetsch und die Fahrten und Wanderungen durch diese großartige Bergwelt waren von bestem Wetter begünstigt, zudem war die Traubenernte in vollem Gange... Auf Einzelheiten dieser Fahrt einzugehen würde hier zu weit führen. Es soll nur festgestellt werden, dass die  Fahrtteilnehmer von dem schönen Land zwischen Brenner, Sella-Joch, Salurner Klause und Reschen-Pass so begeistert waren, dass Überlegungen ein solches Unternehmen bald einmal zu wiederholen selbstverständlich waren.

Bereits im folgenden Jahr veranstaltete die befreundete Ortsgruppe Nußbach, von der einige Mitglieder im Oktober 1962 mit den Ottenhöfener mitgefahren waren, ebenfalls eine Fahrt nach Südtirol an der dann Mitglieder der Ortsgruppe Ottenhöfen-Seebach teilnahmen. Seine 2.Fahrt nach Südtirol führte die Ortsgruppe dann 1962 auf die Seiser Alm in das Haus "Urthaler". Es war Standquartier für die Besteigung des Schlern, den Puflatsch und die Rodella.

1974 und 1978 wurden weitere Süd-Tirol-Fahrten mit Standquartieren in Bozen und Völs am Schlern durchgeführt. Sie waren Ausgangspunkte für eindrucksvolle Wandererlebnisse in den Dolomiten.

Natürlich wurden auch er Schwarzwald und das Land um den Oberrhein erfahren und erwandert. So wurden auf Schusters Rappen erkundet: Der Kaiserstuhl, der Kandel, die Wutachschlucht, der Federsee,  das Kinzigtal, St. Roman, Bad Herrenalb, der Bussen, der Mooskopf, der Feldberg, Bernau, Straßburg, der Odilienberg, Sessenheim dazu eine Schifffahrt von Greffern nach Straßburg und zurück u.v.m. Zwei Wanderfahrten führten ins Tennengebirge, mit Standquartier in St. Martin (1976 und 1976), wo man sich ebenfals wohl fühlte. Genutzt wurde auch das Angebot der Bundesbahn für Sonderzugfahrten nach Beuron im Donautal, nach Reutlingen, Ziller- und Inntal, Reutte in Tirol, noch einmal zur Wutachschlucht und schließlich in das Appenzeller Land.

Die Wanderfahrten ins Kinzigtal, nach Bernau, nach Jechtingen im Kaiserstuhl, nach Sessenheim und auf die Moos hatten ihre besondere Bewandtnis: Vom Jahre 1968 an hatte die Vorstandschaft etwas Neues in den Wander- und Veranstaltungsplan aufgenommen. Man wollte sich in jedem Jahr mit einer bemerkenswerten bzw. berühmten Persönlichkeit unserer Heimat beschäftigen. Einführende Vorträge bildeten hierbei die Vorbereitung für Besichtigungs- und Wanderfahrten an die jeweiligen Wirkungs- bzw. Gedächtnisstätten. Heinrich Hansjakob, der streitbare Pfarrer und Schriftsteller, gab Anlass zum Besuch des Vogtshofes auf em Mühlstein und der anderen noch vorhandenen Stellen, die von ihm in der Novelle "Vogt auf dem Mühlstein" geschildert wurden. Dazu gehörten das Grab der Magdalena Muser auf dem Friedhof in Zell, der Freihof in Haslach und die Grabkapelle in Hofstetten.

Der berühmte Maler Hans Thoma wurde zunächst in einem sehr anschaulichen Vortrag einer Mitarbeiterin der Kusthalle Karlsruhe den Zuhörern nahegebracht, dann wurde die Kunsthalle besichtigt, wobei die Hans Thoma-Sammlung im Mittelpunkt stand. Schließlich wurde in Bernau Thomas Elternhaus und die reichhaltige Sammlung seiner Werke im Rathaus besichtigt.

Mit Emil Gött, dem Idealisten vom Kaiserstuhl und der Leihhalde in Zähringen beschäftigten sich die Wanderfreunde 1970. Das Jahr 1971 stand im Zeichen der Pfarrerstochter aus Sessenheim, Friedericke Brion, Goethes geliebter Freundin für ein kurzes Jahr. Nach dem Besuch in Sessenheim nahmen die Wanderfreunde aus dem Achertal, unter denen auch mehrere Mitglieder der 1968 gegründeten und seit 1969 dem Schwarzwaldverein angeschlossenen Trachtengruppe waren, am 1. Europäischen Wandertreffen auf dem Odilienberg teil.

Mit vortrag und Wanderung auf die Moos und einem Besuch des Gasthauses "Silberner Stern" in Oberkirch-Gaisbach gedacht man 1972 dem Dichter und Schultheiß Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen.

Nicht vergessen wurde Carl Schurz, der in seinen Lebenserinnerungen die Belagerung der Festung Rastatt während der Badischen Revolution und seine abenteuerliche Flucht aus der derselben höchst spannend beschrieb.

Eine weitere Besonderheit in den Wander- und Veranstaltungsplänen der Ortsgruppe stellten die Werksbesichtigungen während der Wintermonate dar. Die Liste der besuchten Firmen läßt die Vielfalt unserer heimischen Wirtschaft erahnen. Da wurden besucht: Die Papierfabrik Lenk in Kappelrodeck, Die Hanfwerke Oberachern, das Wilhelmstal-Werk in Achern, die Ortenauer Milchzentrale in Offenburg, die Glashütte Achern, die Kristallglashütte Wolfach, die Wattefabrik Oberachern, die Winzergenossenschaften Waldulm und Kappel-rodeck, die Brauerei Bauhöfer in Ulm, das Progress-Werk in Stadelhofen, die fermeldetechnische Vermittlungsstelle in Kappelrodeck und schließlich das Sensen- und Heimatmuseum in Achern.

Ein wichtiger Punkt des Vereinslebens war immer die Geselligkeit. Schrieb doch schon der weltberühmte amerikanische Schriftsteller Mark Twain, der 1978 von Ottenhöfen über Allerheiligen nach Oppenau wanderte,  in seinem Buch "Zu Fuß durch Europa" : "... Nun liegt jedoch der wahre Reiz des Wanderns nicht im Gehen oder in der Landschaft, sondern in der Unterhaltung. Das Gehen ist gut, es schlägt den Takt für die Bewegung der Zunge, die Landschaft und die Waldesdüfte sind nützlich, sie umgeben den Wanderer mit einem unbewußten und gar nicht zudringlichen Zauber und erquicken Auge, Seele und Sinne, aber den größten Genuss gewährt die Unterhaltung...".

Größte Auswirkungen in Richtung Geselligkeit sollte die 1.Mai-Wanderung von 1965 haben. An diesem Tag wanderte eine starke Gruppe des Vereins über das Höhenrund des Kaiserstuhls. Als die Wanderer am Aussichtsturm Neunlinden ankamen, war dort ein Volksfest im Gange. Männlein und Weiblein, Junge und Alte scharten sich um etliche Feuerstellen, an denen appetitlich duftende Würstele brutzelten. Auch für durstige Kehlen schien genügend Stoff da zu sein. Wir betrachteten das Leben und Treiben vom Turm aus und da fiel auf auf einmal der Satz : So etwas müssten wir auch mal machen!" Päng. Das wars. Es dauerte zwar noch etwas bis zur Verwirklichung, aber am 30.Juli 1967 war es dann so weit. Der Schwarzwaldverein Ottenhöfen-Seebach lud seinen Mitglieder und Freunde ein zu einem Wandertreff mit Bratwurstessen, Spielen und Singen am Richard-Bernhard-Blick!

Das Wetter war günstig , die Stimmung gut und die leute kamen aus allen Richtungen zum landschaftlich schön gelegenen Treffpunkt über dem Gottschlägtal. Die fleißigen Helferinnen und Helfer hatten alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Gäste mit Speis und Trank zu versorgen. Am Abend waren dann die Verantworlichen vom finanziellen Erfolg höchst überrascht. Klar hieß es nun: "Das machen wir im nächsten Jahr wieder so!" Das 1.Bergfest der Ortsgruppe war gelaufen und wie!... Dank des schönen Platzes, des guten Wetters, der reellen Bedienung und nicht zuletzt dank der Einsatzbereitschaft der Vorstands- und Vereinsmitglieder!

Der Sommer 1968 kam, und mit ihm ein endloser Regen. Die Vorbesprechung der Vorstandsmitglieder am Richard-Bernhard-Blick fand bei strömenden Regen statt, bei Regen wurden die Plakate aufgehängt, bei Regen wurden sie wieder abgenommen. Das 2.Bergfest war gründlich ins Wasser gefallen. Eine Besserung war nicht in Aussicht, da kam dem neuen Vorsitzenden Paul Gennermann die Idee das Fest an seinen Arbeitsplatz, an die Erwin-Schweizer-Schule zu verlegen. Genau gesagt , in die offene Pausenhalle des Neubaus. Da hatte man zwar keinen Schutz vor der Kühle, aber immerhin ein Dach über dem Kopf. Man ging an die Vorbereitungen, das Wetter blieb grau, kühl, unfreundlich. Aber ein Wunder geschah: Trotz des miesen Wetters kamen die Gäste an den neuen Platz! Das Ergebnis war wiederum recht freundlich und machte Mut zu neuen Taten gleicher Art. Das 3.Bergfest, das sogar drei Tage dauerte wurde 1969 ein voller Erfolg.

In den folgenden Jahren wurden diese Bergfeste weiter gefeiert, immer mit gutem Erfolg. Seit einiger Zeit hatten jedoch auch andere örtliche Vereine den Wert dieses vom Schwarzwaldverein entdeckten Festplatzes entdeckt und es entwickelte sich ein gewisses Termingerangel. 1973 verzichteten die Wanderfreunde auf Pausenhalle und -hof als Festgelände. Es gab für sie noch andere Möglichkeiten.

Die im Februar 1974 begonnene "Aktion Mühlen" ergab für die folgenden Jahre eine ausschließlich dem Schwarzwaldverein zugehörige Festplatz-Lösung. Das waren die Wiesengründe bei den beiden erneuerten Mühlen "Rainbauern-Mühle" und "Mühle am Hagenstein".  Im August 1974 wurde mit dem 1.Mühlenfest bei der Furschenbacher "Rainbauernmühle" zugleich die Einweihung der wiederhergestellten Mühle gefeiert. Wieder war es ein Volksfest mit Zulauf aus nah und fern. Im Sommer 75 wurden sogar zwei Mühlenfeste veranstaltet. Denn inzwischen war auch die Koppsche Mühle am Hagenstein wieder hergericht worden. Je zwei Mühlenfeste gab es auch in den Jahren 1976 und 1978. Im Sommer 1982 konnte bereits das 12.Mühlenfest gefeiert werden.

Der Geselligkeit zugute kamen dann noch die seit 1972 zumeist im Gasthaus "Zum Auerhahn" veranstaltete Fasnachtsabende, ferner die Zusammenkünfte zu Jahresabschluss-feiern. Bei den seit 1974 veranstaltenden Heimatabende waren Mitglieder der Ortsgruppe mit verantwortlich. Die Volkstanzgruppe des Schwarzwaldvereines war fester Bestandteil der Unterhaltungsveranstaltung. Erwähnt sei auch die Wander-Kameradschaft mit der Ortsgruppe Nußbach und mit den Wanderfreunden der Wandervereinigung "Linker Niederrhein/Kamp-Lintfort".

Zum Wandern selbst ist noch zu berichten, dass Walter Steimle (Vorsitzender 1976 - 2004) schon bald nach Beginn seiner Mitgliedschaft Wanderungen über den Westweg, den Ostweg, den Kandelweg, den Vogesen-Höhenweg und den Querweg Lahr - Rottweil angeregt, organisiert und durchgeführt hat. Da die Mehrzahl der an solchen Leistungswanderungen interessierten Mitglieder wegen Beruf und Schule nur an Wochenenden sich auf den Weg begeben konnte, wurden in den Jahren 1971 bis 1980 diese Fernwanderwege in Etappen begangen.

Im Wander- und Veranstaltungsplan 1966 war auf den 14.August eine Halbtagswanderung von der St. Ursula-Kapelle oberhalb Allerheiligen über Sohlberg-Langeck-Kohleck nach Ottenhöfen angesetzt. Führung: Franz Saitel. Das Schicksal wollte es anders. Am 28.Februar riß ihn der Tod aus unserer Mitte... Franz Saitel war durch sein heiteres, offenes Wesen ein rechter Wanderkamerad geworden. Seine Erfahrungen als Verwaltungsfachmann stellte er in den Dienst der Ortsgruppe, indem er einen Entwurf für die Ortsgruppen-Satzung zur geplanten Anmeldung für das Vereinsregister beim Amtsgericht ausarbeitete. Ihm zu Ehren wurde die August-Wanderung nunmehr "Franz-Saitel-Gedächtniswanderung "genannt und alljährlich über denselben Weg durchgeführt.

Die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Achern erfolgte im Jahre 1974, so dass sich die Ortsgruppe seither ganz offiziell "Schwarzwaldverein Ottenhöfen-Seebach e.V." nennen kann.

Wie bereits erwähnt, wurde auch der Wegausbau bzw. -neubau von Mitgliedern der Ortsgruppe betrieben. Emil Maier war dabei die jeweils treibende Kraft. 1966 machte er sich an die Arbeit in der oberen Edelfrauengrab-Schlucht. Es ging darum, den Weg durch die romantische Wasserfall-Schlucht um fast 400m zu verlängern. In der Zeit vom 11.Februar bis zum 07. Juni 1966 war Emil Maier mit seinen - wie er sie benannt hatte -  "Hauptfrondienstbeschäftigten" Hermann Schneider und Bernhard Waltersbacher  am Werke. Von diesem Dreiergespann und von weiteren Helfern wurde die vorgenommene Arbeit in 421 freiwillig geleisteten Stunden bewältigt und somit eine sehr wesentliche Erschließung dieses schönen Landschaftsteiles verwirklicht.

In den mehr als 30 Jahren Dienst beim Forstamt Bad Peterstal hatte Emil Maier sich auf die Planung und den Bau von Waldwegen und -straßen spezialisiert. Seine Erfahrungen und sein Wissen und Können kamen ihm daher auch zugute, als er im Jahre 1971 den Ausbau des Verbindungsweges von Ottenhöfen nach Seebach als Verlängerung des Elsa-Weges vorschlug, plante und leistete.

Ein drittes sehr wesentliches Wegebau-Vorhaben war schließlich der "Felsenweg" an dessen Ausbau der im Januar 1976 neu gewählte 2.Wanderwart Klaus Bohnert mit seinen Helferinnen und Helfern ging. Die Anregung zu diesem Weg hatte der Vorschlag eines Kurgastes gegeben, der von den zuständigen Männern der Ortsgruppe sofort als gut und richtig erkannt und aufgegriffen worden war.  Auf einer Gesamtstrecke von 12 Kilometern, die bei einem Höhenunterschied von 382 Metern in etwa 4 bis 5 Stunden Gehzeit bewältigt werden können, führt der 1976 eröffnete "Felsenweg" zu einem runden Dutzend Felsen und Schrofen mit jeweils herrlichen Ausblicken über Täler und Wälder.

Außer an solchen Arbeiten zur Erschließung nahmen Wanderfreunde der Ortsgruppe mehrfach teil an Arbeiten zur Offenhaltung der Landschaft, wie z.B. an der Legföhren-Schutzaktion des Gaues Freudenstadt im Schliffkopf-Gebiet.

Nun noch zur Wanderjugend! Bereits in den frühen 60er-Jahren konnte mit Freude festegestellt werden, dass mehr und mehr Kinder und Jugendliche sich an den Wanderungen des Vereins beteiligten. So war es naheliegend, über die Gründung einer Kinder- oder Jugendgruppe nachzudenken. Um das Interesse der Jungwanderer weiter anzuregen, wurden Schnitzelwanderungen, Orientierungswanderungen und Spielnachmittage veranstaltet, bei denen die Buben und Mädchen von freiwilligen Helferinnen und Helfern betreut wurden. Das Interesse war durchaus rege, zumal für die Jungen u.a. auch Bogenschießen auf dem Programm stand. 1971 wurde nach einer Schnitzelwanderung die Gründung einer Jugendgruppe vorgenomme, denn es hatten sich Juniorinnen bereiterklärt, die Letung der Gruppe zu übernehmen. Ebenfalls im Jahr 1971 trat erstmals eine von Frau Marianne Saitel geschulte Volkstanzgruppe auf, die u.a. an Volkstanzkursen, die der Jugendbezirk II veranstaltete, teilnahm. 1972 fand ein solcher Tanzkurs mit der Familie Blüm aus Karlsruhe in der Aula der Erwin-Schweizer-Schule zu Ottenhöfen statt. Leider waren diese Versuche nicht von langer Dauer! Schul- und Berufsausbildung verursachten immer wieder Wechsel oder Lücken in der Führung, so dass die Jugendarbeit allmählich wieder einschlief... Immerhin: Bei den Wanderungen, besonders bei den längeren, sind die Jungwanderer dabei, ohne eigene "Organisation"...

Viermal war der Schwarzwaldverein Ottenhöfen-Seebach bisher mit der Ausrichtung der Wanderkundgebungen anläßlich der Sternwanderungen des Gaues Hornisgrinde betraut. Im Mai 1962 wurde, dem Namen der Ortsgruppe Rechnung tragend, die zwischen Ottenhöfen und Seebach gelegene Paßhöhe Kleineck als Treffpunkt gewählt. Im Mai 1968 trafen sich die Wanderer des Gaues am Richard-Bernhard-Blick. Im Juni 1973 war die Pausenhalle der Erwin-Schweizer-Schule im Hasenwald das Ziel der Sternwanderung. Dieser Platz liegt hoch über dem Unterwassertal und bietet einen reizvollen Ausblick auf den ersten Teil des Weges, den Mark Twain im Juni 1878 gewandert war... Im Juni 1978 verband man ein Mühlenfest im Wiesengrund an der "Mühle am Hagenstein" mit Wandertreffen und Kundgebung, was den Wanderfreunden aus dem Gau-Bereich zwischen Oos und Acher durchaus gefiel.

Im Besitz eines Ortsgruppen-Wanderwimpels ist die Ortsgruppe dank einer freundlichen Stiftung des Wanderfreunde-Ehepaares Klara und Oswald Schnurr aus Ottenhöfen seit dem 1.Mai 1964. An diesem Tage flatterte das schmucke Zeichen der Wandergruppe voran, die zum Schloß Staufenberg und zum Maientanz nach Nußbach-Nesselried wanderte.

Von der ursprünglichen Absicht, eine ortsgruppeneigene Wanderhütte zu bauen, Mitte der sechziger Jahre hatte man dabei an einen Platz auf der Blöchereck gedacht, ist man abgekommen, aus mancherlei Gründen. Die dafür bereits angesparten Gelder aus den Reingewinnen der Bergfeste usw. wurden zweckmäßiger und unmittelbar wirksam für die Ausstattung der Trachtengruppe und der Volkstanzgruppe und auch noch für die "Aktion Mühlen" eingesetzt.

Zusammenfassend kann so meinen wir ohne jede Überheblichkeit aus dem vorstehenden Bericht über fast ein Vierteljahrhundert Vereinsarbeit festgestellt werden, dass die Wanderfreunde im Achertal in dieser Zeit weder auf er faulen Haut gelegen noch geschlafen haben, geschweige denn hinter dem Mond geblieben sind. Unter der Führung der bisherigen drei 1.Vorsitzenden Emil Maier (1958 bis 1967), Paul Gennermann (1967 bis 1976) und Walter Steimle (ab 1976) und zusammen mit den im Laufe der Jahren auch wechselnden Vorstandsmitgliedern hat sich der "Schwarzwaldverein Ottenhöfen-Seebach e.V." stetig aufwärts entwickelt. Wurde der Verein in den ersten Jahren seines Bestehens vom Vorsitzenden einer hiesigen etablierten Vereinigung von oben herab noch als "harmloser Club" abgetan, so hat er sich bis heute in den Gemeinden seines Vereinsbereiches und darüber hinaus im Gau Hornisgrinde einen beachtlichen Ruf geschaffen, dank der Natur- und Heimatliebe und der Einsatzbereitschaft seiner Mitglieder. So soll es und so wird es auch in den kommenden Jahren sein!

Weitere Informationen:

Der erste 1.Vorsitzende Emil Maier (1958-1967)

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Wanderfreundin Christine Bohnert gratuliert zum 80.Geburtstag

 
 

Der zweite 1.Vorsitzende Paul Gennermann (1967-1976)

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Paul Gennermann spricht anlässlich des 3.Bergfestes 1969 im Schulhof der Erwin Schweizer-Schule Ottenhöfen.

 
 

Der dritte 1.Vorsitzende Walter Steimle (1976-2004)

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Walter Steimle bei einer Ansprache während der Hauptversammlung 1982 in der Schwarzwaldhalle Ottenhöfen.

 
 

Am Sella-Pass in Süd-Tirol

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Die erste große Wanderreise führte die Ortsgruppe 1962 nach Süd-Tirol. Organisiert wurde die Tour von Wanderwart Paul Gennermann

 
 

Wandertreff des Gau's Hornisgrinde auf dem Kleineck 1962

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Da war mächtig was los!

 
 

1976 wurde der Ortsgruppe eine Volkstanzgruppe angegliedert.

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Auf dem Bild ist links der heutige 1.Vorsitzende Bernd Bäuerle mit Ehefrau Monika und rechts der heutige Kassenwart Klaus Käshammer mit Ehefrau Irmgard zu sehen.

 
 

Feier zur 25-jährigen Vereinsgründung in der Schwarzwaldhalle

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Ehrungen für verdiente Mitglieder.
Von l.n.r. Vorsitzender Walter Steimle, Albrecht Bäuerle, Ehrenvorsitzender Paul Gennermann, Gabi Krespach, Hilda Ramponi (Oberle), August Bell, Paul Käshammer, Siegfried Leppert, Erich Simon und Winfried Meier.

 
 
 
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